{"id":153,"date":"2025-11-14T08:46:46","date_gmt":"2025-11-14T08:46:46","guid":{"rendered":"https:\/\/christineax.de\/?p=153"},"modified":"2025-11-17T10:58:09","modified_gmt":"2025-11-17T10:58:09","slug":"todsuende-gleichgueltigkeit-und-traegheit-des-herzens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christineax.de\/?p=153","title":{"rendered":"Tods\u00fcnde: Gleichg\u00fcltigkeit und Tr\u00e4gheit des Herzens"},"content":{"rendered":"\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Es muss um die Jahrtausendwende herum gewesen sein. Auf der Titelseite der BILD-Zeitung war ein Foto der Erde aus dem Weltall abgedruckt und die Titelstory warnte vor der Erw\u00e4rmung des Klimas. Erstmals hatte Deutschlands selbst ernannter \u201eSprecher des Volkes\u201c den Klimawandel als real existierendes Problem anerkannt. Ich dachte: Wundervoll. Jetzt haben wir es geschafft. Wenn selbst die BILD-Zeitung (die vorher und heute wieder alle gr\u00fcnen Themen ver\u00e4chtlich macht) die Notwendigkeit anerkennt, dass wir Klimaschutz betreiben m\u00fcssen, kann die Regierung gar nicht mehr anders, als das Thema ernst zu nehmen und zu handeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist jetzt \u00fcber 25 Jahre her und die Ver\u00e4nderungen, die tats\u00e4chlich notwendig gewesen w\u00e4ren, um unseren Teil zum Klimaschutz zu leisten, wurden nur sehr zaghaft ergriffen. Mutige Menschen und Regionen (z.B. Schleswig-Holstein)  wurden zu Pionieren der Klimawende und schnell wieder ausgebremst. Zwei Schritte vor \u2013 ein Schritt zur\u00fcck. Jedes Mal, wenn die Partei, die von sich selber behauptet, \u201ekonservativ\u201c zu sein (also bewahrend) an die Macht kam,  \u00fcbernahmen marktradikale Kr\u00e4fte und die fossile Wirtschaft das Ruder und bereiten dem sterbenden Natur und  dem Niedergang innovativer gr\u00fcner Unternehmen den Weg. Eine ideologische Haltung, die sich heute als eine Art selbstverletztendes Verhalten in vielen Branchen r\u00e4cht. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie dumm kann man sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sch\u00fctzen \u00fcbrigens nicht das Klima: Wir sch\u00fctzen Menschen und die Natur. Dem Klima ist es v\u00f6llig egal, wie es ihm geht. Das Klima ist das Klima. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir Klimaschutz fordern, dann geht es uns um die Rechte unserer Kinder und Kindeskinder auf ein Leben in Sicherheit und Wohlstand. Wir sch\u00fctzen ihre Grundrechte, die Menschenw\u00fcrde und die Natur um ihrer selbst willen. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch diese G\u00fcter spielen immer dann keine Rolle mehr, wenn die Wirtschaft nicht w\u00e4chst. Dabei ist das Wohlstandsniveau (in materiellen G\u00fctern gemessen) in Deutschland extrem hoch. Dass es dennoch Menschen gibt (und immer mehr davon), die sich um ihre materielle Existenz sorgen, hat alleine mit Verteilungsfragen zu tun. Ist die Folge eines gigantischen Politikversagens. <\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201eArmutsmaschine\u201c Kapitalismus ist nicht in der Lage, eine Welt zu schaffen, die frei von Angst, Krieg und Umweltzerst\u00f6rung ist. Ganz im Gegenteil: Sie f\u00fchrt uns zyklisch immer wieder in die Krise. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben in Deutschland und Europa kein Wirtschaftswachstumsproblem. Wir haben ein Verteilungsproblem. Wir k\u00f6nnen und m\u00fcssen die Abh\u00e4ngigkeit unseres Wohlstandes vom Erfolg des Exportsektors abkoppeln. Wir k\u00f6nnen und m\u00fcssen uns auf eine faire Verteilung und Teilhabe aller an dem in Europa und f\u00fcr Europa erzeugten Wohlstandes konzentrieren. Denn einerseits ist <strong>alles da<\/strong>, was wir wirklich brauchen. <\/p>\n\n\n\n<p>Zum Beispiel Wohnen: In Deutschland liegt die durchschnittliche Wohnfl\u00e4che pro Kopf bei rund <strong>47,7 m\u00b2<\/strong> (Stand 2021). Dieser Wohnraum ist allerdings absurd ungerecht verteilt: zwischen Arm und Reich und zwischen Alt und Jung, zwischen Stadt und Land.<\/p>\n\n\n\n<p>Und zweitens m\u00fcssen wir uns vor allem um den weisen Gebrauch und die W\u00fcrdigung dessen k\u00fcmmern, was da ist: Kulturg\u00fcter, Geb\u00e4ude, Technik, langlebige G\u00fcter, Boden und Natur (biologische Vielfalt).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vergessen Sie den internationalen Wettbewerb!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Europa ist reich genug und gro\u00df genug, um alles, was seine Menschen brauchen, herzustellen. Es ist genug von allem f\u00fcr alle da.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aufr\u00fcstung ist immer auch Ursache f\u00fcr Krieg.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube an die Friedfertigkeit und Friedensf\u00e4higkeit des einzelnen Menschen, vor allem der V\u00e4ter und M\u00fctter \u2013 aber nicht von Staaten. Denn den Umbau unserer Wirtschaft in eine Kriegswirtschaft ist nicht nur \u00f6kologischer Wahnsinn, er macht uns wirtschaftlich und sozialpolitisch von einem Sektor abh\u00e4ngig \u2013 der nur Tod und Zerst\u00f6rung in die Welt bringt. Wir k\u00f6nnen und m\u00fcssen den politischen Prozess fortf\u00fchren , der die berechtigten Sicherheitsinteressen aller L\u00e4nder ber\u00fccksichtigt und St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck Vertrauen aufbaut und die friedenspolitische Wende herbeif\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wo sind wir, als B\u00fcrgerInnen und Menschen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Warum setzen wir diese Forderungen nicht durch? Die Mehrheit in unserem Land will all das. Davon bin ich zutiefst \u00fcberzeugt. Trotzdem lassen wir es zu, dass \u201edie Politik\u201c eine ganz andere Agenda und business as usual umsetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Politik beruht bei uns auf einem Wettbewerb zwischen politischen Parteien, die f\u00fcr ihren Machterhalt oft skrupelos k\u00e4mpfen und f\u00fcr \u201eihre Klientel\u201c alles tun. <\/p>\n\n\n\n<p>Sie tun es, weil das die Spielregeln sind, und weil sie davon \u00fcberzeugt sind, dass nur sie &#8222;die Guten&#8220; sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, dass wir alle dieses Spiels m\u00fcde sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Es war noch nie so klar wie heute, dass es bei diesem Spiel nicht um unsere Bed\u00fcrfnisse geht oder um die Zukunft unserer Kinder und Enkel.<\/p>\n\n\n\n<p>Die herrschende Politik glaubt Geopolitik betreiben zu m\u00fcssen, im weltweiten Innovationswettbewerbe mit halten zu m\u00fcssen, M\u00e4rkte und Rohstoffquellen f\u00fcr &#8222;unsere Industrie&#8220; sichern und erobern zu m\u00fcssen. An erster Stelle geht es ihnen darum, dass dem &#8222;Deutschen Modell&#8220; nicht die Puste ausgeht und daf\u00fcr muss die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der deutschen Industrie auf dem Weltmarkt um jeden Preis erhalten oder wieder hergestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026 aber m\u00fc\u00df sie das wirklich?<\/p>\n\n\n\n<p>Bleiben die wirklich wichtigen Dinge, die \u00fcber unser aller Zukunft entscheiden, dabei nicht auf der Strecke? <\/p>\n\n\n\n<p>Natur sch\u00fctzen&#8230; vorsorgende Gesundheitspolitik betreiben&#8230; Bildung f\u00fcr ein gutes Leben\u2026 bezahlbares Wohnen f\u00fcr alle\u2026 Gemeinschaft und sozialer Zusammenhalt, nachhaltige Entwicklung und klimafreundliches Leben und Wirtschaften\u2026 eine (leistungs)gerechte Verteilung von Einkommen und Verm\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was jetzt vor allem bedeutet:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kein leistungsloses Einkommen f\u00fcr niemanden! Eine drastische Besteuerung aller Einkommen, die auf Spekulation beruhen oder darauf, dass \u201eGeld arbeitet\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Denn Geld arbeitet nicht! <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Menschen und Maschinen arbeiten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Geld konsumiert nicht. Und Autos kaufen keine Autos.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Damit eine Volkswirtschaft funktioniert, braucht das Volk ein Einkommen, das es allen Menschen erm\u00f6glicht, sich gegenseitig einen fairen Preis f\u00fcr ihre gute Arbeit zu bezahlen. Eine Wirtschaft, die nur funktioniert, wenn wir immer mehr hochwertige G\u00fcter billig exportieren, um miserablen Schund billig zu importieren ist WAHN-SINN. Es f\u00fchrt dazu, dass auf beiden Seiten der Grenzen Menschen zu Hungerl\u00f6hnen schuften, vor Sorge um die n\u00e4chste Mietzahlung nicht schlafen k\u00f6nnen, vor lauter Ersch\u00f6pfung mutlos werden und nicht mehr dazu kommen, f\u00fcr ihre Rechte aktiv zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist die Tr\u00e4gheit der Herzen, die wir \u00fcberwinden m\u00fcssen \u2013 und das Misstrauen ineinander. Denn wenn wir B\u00fcrgerInnen uns gegenseitig misstrauen, dann tun wir genau das, was \u201edie da oben\u201c wollen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Macht beruht darauf, dass wir im Andersdenkenden den Feind sehen und nicht miteinander sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Teile und herrsche: Das ist das Spiel der M\u00e4chtigen. Wir k\u00f6nnen es besser.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es muss um die Jahrtausendwende herum gewesen sein. 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