{"id":129,"date":"2025-05-22T14:49:38","date_gmt":"2025-05-22T14:49:38","guid":{"rendered":"https:\/\/christineax.de\/?p=129"},"modified":"2025-05-22T14:49:38","modified_gmt":"2025-05-22T14:49:38","slug":"neudenken-des-gebrauchs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christineax.de\/?p=129","title":{"rendered":"Neudenken des Gebrauchs &#8211;"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wenn wir reparieren k\u00f6nnen wir die Wachstumsspirale vom Kopf auf die F\u00fc\u00dfe stellen<\/h3>\n\n\n\n<p>Rede Anl\u00e4sslich des Reparaturfestivals Kiel &#8211; Anschar Campus <br>10. Mai 2025 <\/p>\n\n\n\n<p><em>Liebe Freundinnen und Freunde der reparierten Dinge,<br>liebe Bastler, Retter, T\u00fcftlerinnen, Upcycler, Neugierige, Skeptiker, Wiederverwender, liebe Heldinnen des Alltags,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>herzlich willkommen an diesem Ort, wo Dinge ein zweites Leben bekommen.<br>Wo Schraubenzieher Hoffnung machen.<br>L\u00f6tkolben Geschichten weiterschreiben.<br>Wo wir gemeinsam sagen: Schluss mit dem Wegwerfen \u2013 fangen wir an, an uns selber zu glauben und uns die Welt so wie wir sie lieben, zur\u00fcckzuholen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute und hier sind wir nicht im Land des \u201eImmer-neu\u201c \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;wir sind im Land des <strong>Noch-nicht-fertig<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Reich der Dinge mit Kratzern, L\u00f6chern, Rissen die Geschichten erz\u00e4hlen und eine Seele haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und vielleicht \u2013 vielleicht \u2013 sind wir auch ein bisschen im <strong>Land der Zukunft<\/strong>.<br>Denn wenn wir heute hier Dinge reparieren, versch\u00f6nern, aufarbeiten,<br>dann reparieren wir nicht nur das was wir oder ein anderer einmal geliebt und genutzt hat<\/p>\n\n\n\n<p>Wir reparieren etwas Gr\u00f6\u00dferes.<br>Dann reparieren wir auch Beziehungen \u2013 zu Objekten, zur Natur, zu uns selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn ganz sicher w\u00e4re das die wichtigste Revolution unserer Zeit:<br>Dass wir aufh\u00f6ren, immer alles neu zu kaufen.<br>Und stattdessen anfangen, die Dinge zu sehen.<br>Wirklich zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir uns hier heute umschauen, sehen wir mehr als Tische voller Werkzeuge.<br>Wir sehen Vertrauen in das eigene und fremde K\u00f6nnen.<br>Wir sehen Menschen, die nicht aufgeben, wenn etwas kaputt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sehen Neugierde, Kreativit\u00e4t \u2013 und ganz viel leise, aber entschlossene Gegenwehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen was eigentlich?<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen ein System, das uns weismacht:<\/p>\n\n\n\n<p>:<br>\u201eWenn etwas nicht mehr gl\u00e4nzt \u2013 wirf es weg.\u201c<br>\u201eWenn etwas nicht mehr funktioniert \u2013 kauf dir was Neues.\u201c<br>\u201eWenn du traurig bist \u2013 kauf dir was Sch\u00f6nes.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wir sagen hier und heute dazu: <strong>Nein.<\/strong><br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sagen: <strong>Vielleicht ist genau das Kaputte das Wertvolle.<\/strong><br>F\u00fcr uns ist ein Riss in einer Tasse der Anfang einer neuen Geschichte.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Denn das, was du selbst mit deinen H\u00e4nden reparierst, ist \u2013 wir alle wissen es &#8211; am Ende mehr wert als alles, was man kaufen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Darum bin ich heute hier.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Nicht nur, um \u00fcber Schrauben und Klebstoff zu sprechen.<br>Sondern \u00fcber <strong>Freiheit<\/strong>.<br>\u00dcber <strong>Selbstwirksamkeit<\/strong>.<br>\u00dcber die Sch\u00f6nheit des Gebrauchs.<br>Und \u00fcber eine Vision:<br>Wie wir mit gemeinschaftlichem T\u00fcfteln die zerst\u00f6rerische Wachstumsspirale auf den Kopf stellen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Obsoleszenz \u2013 Der geplante Verschlei\u00df<\/h1>\n\n\n\n<p>Was f\u00fcr eine merkw\u00fcrdige Welt:<br>Da bauen wir Raketen zum Mars \u2013<br>aber keine Toaster, die l\u00e4nger als drei Jahre halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das nennt man <em>Obsoleszenz<\/em>. Ein schweres Wort \u2013<br>doch als Prinzip ganz leicht zu verstehen:<br>Ein Produkt wird so gebaut, dass es <strong>nicht lange h\u00e4lt<\/strong>.<br>Ein Verschlei\u00df, der <strong>nicht zuf\u00e4llig<\/strong>, sondern <strong>gewollt<\/strong> ist.<br>Ein eingebautes Verfallsdatum.<br>Ein unsichtbarer Timer, der mit dem ersten Einschalten zu ticken beginnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum das?<br>Weil ein Toaster, der 20 Jahre h\u00e4lt, ein schlechter Toaster ist \u2013<br>f\u00fcr ein System, das von der L\u00fcge lebt, dass das Neue immer besser ist und uns endlich gl\u00fccklich macht.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Vom Immer-Neu. Vom Immer-Schneller.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kapitalismus, so wie wir ihn heute kennen,<br>braucht Obsoleszenz wie ein Feuer den Sauerstoff.<br>Ohne st\u00e4ndigen Verbrauch \u2013 kein Wachstum.<br>Ohne Wachstum \u2013 kein Profit.<br>Ohne Profit \u2013 kein Kapitalismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Also wird Verschlei\u00df zur Strategie.<br>Es gibt <strong>technische Obsoleszenz<\/strong>:<br>Ger\u00e4te, die nicht zu \u00f6ffnen sind, deren Akkus verklebt, deren Ersatzteile nicht mehr lieferbar sind.<br><strong>Psychologische Obsoleszenz<\/strong>:<br>\u201eDein Handy funktioniert noch? Aber das ist doch das alte Modell\u2026\u201c<br>Und schlie\u00dflich die <strong>soziale Obsoleszenz<\/strong>:<br>Wenn du nicht konsumierst, geh\u00f6rst du nicht dazu.<\/p>\n\n\n\n<p>Obsoleszenz ist kein Kollateralschaden.<br>Obsoleszenz ist der stille Befehl: Konsumiere. Immer weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das hat seinen Preis.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen Preis, den nicht nur wir zahlen.<br>Sondern vor allem die Natur.<br>Die W\u00e4lder, die f\u00fcr Verpackungen sterben.<br>Die B\u00f6den, die f\u00fcr seltene Erden vergiftet werden.<br>Die Kinder, die Kobalt abbauen, damit wir ein bisschen schneller wischen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Obsoleszenz ist ein stiller Krieg \u2013<br>gegen die Natur,<br>gegen unser eigenes K\u00f6nnen,<br>gegen die Zeit,<br>gegen das Leben selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn sie entrei\u00dft uns das, was wirklich Bestand haben k\u00f6nnte:<br>Sinn, Verbindung. Bedeutung. Geschichten. Spuren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und sie entrei\u00dft uns unsere <strong>F\u00e4higkeiten<\/strong>, unser Vertrauen in unsere <strong>Selbstwirksamkeit<\/strong>, unser <strong>Vertrauen<\/strong> in das, was wir selbst gestalten k\u00f6nnen, in der Hand haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Obsoleszenz verwandelt kompetente Menschen in inkompetente hilflose K\u00e4ufer und Nutzer,<br>Sie macht aus dem <em>Homo Faber<\/em>, dem sch\u00f6pferischen, sei Leben und die Welt aktiv gestaltenden Menschen,<br>ein <em>Animal Laborans<\/em> \u2013<br>das arbeitet, damit es konsumieren darf.<br>Und das konsumieren muss, damit es weiter arbeiten darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Welt, in der alles schnell veraltet, ist auch eine Welt,<br>in der wir uns selber st\u00e4ndig neu \u201eerfinden\u201c m\u00fcssen und nicht alt und gebrechlich werden d\u00fcrfen.<br>Wir m\u00fcssen j\u00fcnger, sch\u00f6ner, schneller sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Und vor allem niemals echter, verbundener, gen\u00fcgsamer, verletzlicher, gebrechlicher und selber auch fehlerhaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir k\u00f6nnen aber auch anders:<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Schraube, die wir wieder festdrehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Handy, dass einen neuen Akku erh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Kleid oder Mantel, dessen Reisverschluss wir ersetzen, mit der Hose deren Risse mit einem Flicken versch\u00f6nert werden, mit allem das wir reparieren und umgestalten oder einfach auch selber machen. Weil wir es k\u00f6nnen.<br>Weil wir mehr k\u00f6nnen als wegwerfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn wer repariert, widersetzt sich der Obsoleszenz.<br>Und wer sich ihr widersetzt, gewinnt etwas zur\u00fcck,<br>das uns genauso planvoll wie die technische Obsoleszenz viel zu lange aktiv genommen wurde: unsere <strong>Autonomie unser Vertrauen in unsere selber und in unsere F\u00e4higkeiten die Dinge und den Zustand der Welt selber und gemeinsam in die Hand zu nehmen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Konsum und Unfreiheit \u2013 Warum Kaufen nicht gl\u00fccklich macht<\/h1>\n\n\n\n<p>Wir leben in einer Welt, in der es scheinbar f\u00fcr jedes Problem nicht nur ein Produkt gibt, sondern dar\u00fcber hinaus auch noch immer wieder neue und angeblich bessere. Produkte, die&nbsp; nicht die L\u00f6sung f\u00fcr unsere Probleme sind, sondern die&nbsp; Probleme die zu l\u00f6sen sie vorgeben, oft genug selber erst herstellen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><br>F\u00fchlst du dich m\u00fcde? Kauf dir Energie.<br>F\u00fchlst du dich einsam? Kauf dir Aufmerksamkeit.<br>F\u00fchlst du dich leer? Kauf dir \u2013 etwas.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was wir kaufen, h\u00e4lt selten, was es verspricht. Es gibt uns keine Energie, es nimmt sie uns.<br>Die M\u00fcdigkeit bleibt. Die Einsamkeit auch.<br>Und das Leere \u2013 unsere Wohnungen \u2013 sind immer voller \u2013 mit Dingen, aber nicht mit Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Konsum macht nicht satt \u2013 er macht hungrig.<br>Er verspricht Erf\u00fcllung, wo eigentlich Beziehung sein sollte.<br>Beziehung zu uns selbst, zu Freunden, Nachbarn, Natur und alle den anderen Mitgesch\u00f6pfen, die genau wie wir Leben sind, inmitten von Leben, das leben will.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir alles immer wieder neu kaufen, was wir zu brauchen glauben,<br>verlernen wir, es selbst herzustellen.<br>Und was wir nicht mehr selbst herstellen k\u00f6nnen,<br>macht uns abh\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<p>Konsum ist bequem. Unfreiheit ist bequem. Bis sie anf\u00e4ngt weh zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Philosoph Oskar Wilde hat das schon vor \u00fcber 100 Jahren erkannt.<br>Er nannte es die \u201eTyrannei der Not\u201c \u2013<br>die Notwendigkeit, st\u00e4ndig an Geld denken zu m\u00fcssen,<br>um zu \u00fcberleben, um dazuzugeh\u00f6ren, um anerkannt zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Notwendigkeit, so sagte er, sei die \u201egr\u00f6\u00dfte Quelle des Ungl\u00fccks\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir arbeiten, um Geld zu verdienen.<br>Mit dem Geld kaufen wir Dinge.<br>Diese Dinge gehen kaputt \u2013<br>und damit wir sie ersetzen k\u00f6nnen,<br>m\u00fcssen wir\u2026 wieder arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein perfekter Kreislauf. F\u00fcr den Markt.<br>Ein goldener K\u00e4fig. F\u00fcr uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Konsum ist die moderne Form der Knechtschaft.<br>Gl\u00e4nzend verpackt, bequem geliefert \u2013<br>aber in Wahrheit: eine Entfremdung von uns selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn je mehr wir kaufen,<br>desto weniger wissen wir, was wir wirklich brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Je mehr wir besitzen,<br>desto weniger sp\u00fcren wir uns und was wirklich zu uns geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Je mehr wir auf Knopfdruck verf\u00fcgbar haben,<br>desto weniger wissen wir, wie etwas entsteht \u2013<br>wie etwas repariert, gepflegt, verstanden, erhalten wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden Konsumenten mit vollen Wohnungen und stummen H\u00e4nden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aber:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4nde, k\u00f6nnen Zerlegen und Zusammensetzen, k\u00f6nnen F\u00fchlen und Formen. K\u00f6nnen Erhalten und Erschaffen.<br>Und genau ist es auch, was hier auf diesem Campus der Fall ist und ununterbrochen geschieht:.<br>Wir holen uns zur\u00fcck,<br>was wir nie h\u00e4tten aufgeben d\u00fcrfen:<br>unser <em>K\u00f6nnen, unsere F\u00e4higkeit Welt und unser eigenen Leben in die Hand zu nehmen und zu gestalten<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Reparatur als Revolution \u2013 Was wir wirklich wiederherstellen<\/h1>\n\n\n\n<p>Stellt euch vor:<br>Ein Mensch beugt sich \u00fcber einen kaputten Stuhl.<br>Die Oberfl\u00e4che ist zerkratzt, ein Bein wackelt.<br>Doch mit jeder Schraube, die wieder greift,<br>mit jedem Pinselstrich, der die Oberfl\u00e4che wiederbelebt,<br>wird nicht nur der Stuhl repariert \u2013<br>sondern etwas viel Wesentlicheres:<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Moment, in dem wir etwas retten,<br>retten wir auch ein St\u00fcck von uns selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Reparieren ist mehr als ein technischer Akt.<br>Es ist ein kultureller, ein sozialer, ein spiritueller Akt.<br>Es ist unser Nein zum Vergessen.<br>Ein Ja zum Wert.<br>Ein Ja zum Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>In Japan gibt es die Kunstform <strong>Kintsugi<\/strong>.<br>Zerbrochene Keramik wird dort mit Gold oder Silber neu zusammengef\u00fcgt.<br>Die Bruchstellen bleiben sichtbar \u2013 ja, sie werden sogar betont.<br>Und das Gef\u00e4\u00df?<br>Es wird dadurch nicht entwertet, sondern <strong>veredelt<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schaden wird nicht versteckt \u2013<br>er wird geehrt.<br>Weil er zeigt: Dieses Objekt lebt, wurde gelebt und belebt noch immer.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der Philosophie des <strong>Wabi-Sabi<\/strong> \u2013<br>der \u00c4sthetik des Unvollkommenen, des Verg\u00e4nglichen \u2013<br>finden wir diese tiefe Ehrfurcht vor dem Leben und dem Gelebten.<\/p>\n\n\n\n<p>Kratzer sind kein Makel, sondern eine Geschichte.<br>Der Riss ist kein Mangel, sondern eine Erinnerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Was w\u00e4re, wenn wir uns selbst so sehen w\u00fcrden?<br>Nicht als perfekt, sondern als unersetzlich?<br>Nicht als \u201eneu\u201c, sondern als <em>lebendig gebraucht<\/em>?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir reparieren, sagen wir:<br><strong>Dieses Artefakt ist nicht M\u00fcll.<br>Es ist Teil meines Lebens.<br>Und ich will ihm noch mehr Leben geben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir machen uns vertraut mit dem Inneren der Dinge \u2013<br>und zugleich mit unserem eigenen Inneren.<br>Wir lernen: Das, was kaputt geht, kann auch wieder heil werden. Wir k\u00f6nnen wieder heil werden. Wir k\u00f6nnen die Welt heilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und oft wird es danach sogar sch\u00f6ner, einzigartiger, bedeutungsvoller.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Reparatur ist eine Rebellion \u2013<br>gegen das Wegwerfen.<br>Gegen das Tempo.<br>Gegen die Gleichg\u00fcltigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie ist ein Akt der Z\u00e4rtlichkeit.<br>Der Sorgfalt.<br>Der Entschleunigung.<\/p>\n\n\n\n<p>Und sie ist ein Versprechen:<br>Dass auch in einer Welt voller Br\u00fcche,<br>Heilung m\u00f6glich ist \u2013<br>nicht trotz der Narben,<br>sondern mit ihnen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">K\u00f6nnen macht frei<\/h1>\n\n\n\n<p>Was ist das Gegenteil von Konsum?<br>Nicht Verzicht. Nicht Armut.<br>Sondern: <strong>K\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Denn wer etwas kann,<br>muss nicht alles kaufen.<br>Wer etwas kann,<br>wei\u00df, wie etwas entsteht \u2013<br>und erkennt den Unterschied zwischen Wert und Preis.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnen ist gelebte Freiheit.<br>Es ist die F\u00e4higkeit, mit der Welt in Beziehung zu treten \u2013<br>nicht als Konsument, sondern als Gestalter.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Gro\u00dfeltern wussten noch, wie man Dinge repariert.<br>Wie man n\u00e4ht, flickt, schleift, pflegt.<br>Dieses Wissen war einmal selbstverst\u00e4ndlich.<br>Heute gilt es oft als exotisch \u2013 oder gar als \u201eretro\u201c.<br>Doch in Wahrheit ist es revolution\u00e4r.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn K\u00f6nnen macht uns unabh\u00e4ngig:<br>von M\u00e4rkten, von globalen Lieferketten,<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnen ist unser \u00e4ltestes Verm\u00f6gen.<br>Es ist das Wissen unserer H\u00e4nde,<br>das Ged\u00e4chtnis der Finger,<br>Vertrauen ins eigene Tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer etwas kann, sp\u00fcrt:<br>\u201eIch bin nicht ausgeliefert. Ich bin handlungsf\u00e4hig.\u201c<br>Das ist nicht nur praktisch \u2013 das ist zutiefst politisch.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnerschaft \u2013 also das <strong>ausgereifte<\/strong>, das <strong>leidenschaftlich ge\u00fcbte K\u00f6nnen<\/strong> \u2013<br>ist eine Form der W\u00fcrde.<br>Sie zeigt sich in jedem Handgriff,<br>in jeder Reparatur,<br>in jedem kleinen Sieg \u00fcber das Wegwerfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und sie hat etwas Ansteckendes.<br>Denn wer kann, kann auch <strong>weitergeben<\/strong>.<br>Wissen. Erfahrung. Geduld. Kreativit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Und damit wird aus einem Flickwerk ein Netzwerk.<br>Aus Einzelnen wird eine Gemeinschaft.<br>Eine Gemeinschaft, die nicht passiv darauf wartet,<br>bis die Welt sich \u00e4ndert \u2013<br>sondern selbst anpackt, um sie zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Gemeinschaft gibt es keinen Applaus f\u00fcr das immer Neue.<br>Sondern Respekt f\u00fcr das Gehaltene.<br>F\u00fcr das, was gehalten hat, und zwar im Doppelten Wort-Sinn. das, was wir in unseren H\u00e4nden gehalten haben und auch weiter halten wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das, was f\u00fcrs Leben gut ist. In jeder Hinsicht. F\u00fcr die Lebendigkeit in Gestalt der Natur. F\u00fcr unsere eigene innere Lebendigkeit, die wir leben d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnen ist der Anfang von Selbstwirksamkeit.<br>Und Selbstwirksamkeit ist der Anfang von Freiheit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6. Von der Wachstumsspirale zur Wertspirale \u2013 Eine andere \u00d6konomie ist m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir alle sind aufgewachsen mit einem M\u00e4rchen.<br>Es hei\u00dft: <em>Wachstum bringt Wohlstand.<\/em><br>Und solange die Zahlen steigen \u2013 auf dem Konto, im Lager, auf dem Bildschirm \u2013<br>geht es uns gut. Oder?<\/p>\n\n\n\n<p>Doch was w\u00e4chst da eigentlich mit?<br>Die M\u00fcllberge auf dem Land, in den B\u00f6den, Fl\u00fcssen und Ozeanen<br>Die CO\u2082-Konzentration.<br>Die Burnout-Raten.<br>Neuerdings auch die Waffenarsenale, denn der Endkampf um die letzten Ressourcen hat scheinbar begonnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Wachstum bedeutet, dass wir immer mehr produzieren m\u00fcssen,<br>um immer schneller zu konsumieren,<br>um immer k\u00fcrzer zu besitzen,<br>um dann alles zu entsorgen \u2013<br>dann ist das keine Spirale nach oben.<br>Sondern ein Strudel nach unten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen das M\u00e4rchen vom endlosen Wachstum umschreiben.<br>Nicht auf Kosten von Natur, Zeit und Menschen.<br>Sondern im Einklang mit ihnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Statt Wachstumsspirale brauchen wir eine <strong>Wertspirale.<\/strong><br>Ein Kreislauf, in dem Dinge altern d\u00fcrfen.<br>Ein System, in dem Reparatur, Teilen und Tauschen und Refurbishment nicht die Ausnahme ist \u2013<br>sondern der Standard.<\/p>\n\n\n\n<p>Ma\u00dfproduktion statt Massenproduktion.<br>Qualit\u00e4t statt Quantit\u00e4t.<br>Gebrauch statt Verbrauch.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist keine nostalgische R\u00fcckw\u00e4rtsgewandtheit \u2013<br>sondern der Blick nach vorn:<br>Eine Wirtschaft, die nicht von der Zerst\u00f6rung lebt,<br>sondern vom Erhalten der Werte.<br>Vom Teilen. Vom Pflegen. Vom Erneuern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Gegenmodell zur Wegwerfgesellschaft.<br>Eine <strong>\u00d6konomie Gebrauch \u201ef\u00fcrs Leben\u201c<\/strong>, wie John Ruskin es nannte.<br>Dinge, die \u201egut f\u00fcrs Leben\u201c sind \u2013<br>nicht nur sch\u00f6n oder g\u00fcnstig,<br>sondern n\u00fctzlich, dauerhaft, sinnvoll.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer solchen Wirtschaft z\u00e4hlt nicht der schnellste Umsatz \u2013<br>sondern der tiefste Nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie produziert nicht Konsumenten, sondern K\u00f6nner.<br>Nicht Abfall, sondern Bedeutung.<br>Nicht Entfremdung, sondern Beziehung.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Sch\u00f6ne ist:<br>Diese Wertspirale beginnt nicht irgendwo in den Ministerien oder Konzernzentralen.<br>Sie beginnt <strong>hier<\/strong>.<br>In der Werkstatt.<br>Am Schraubtisch.<br>Beim gemeinsamen T\u00fcfteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie beginnt in Dir und in mir, mit uns.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Ausblick \u2013 Reparatur als Zukunftskultur<\/h1>\n\n\n\n<p>Stellt euch eine Welt vor,<br>in der der erste Reflex nicht das Wegwerfen ist,<br>sondern das Fragen: <em>Kann man das reparieren?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Kann man das erhalten?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Kann man das sch\u00f6ner machen, als es je war?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Welt, in der nicht der Besitz,<br>sondern das <strong>Verstehen<\/strong> z\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Dinge Geschichten tragen \u2013<br>und Menschen Spuren hinterlassen d\u00fcrfen.<br>Nicht als Makel, sondern als Zeichen von Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Stellt euch St\u00e4dte vor,<br>in denen es an jeder Ecke Werkst\u00e4tten gibt.<br>Nicht nur f\u00fcr Fahrr\u00e4der, Schuhe und Radios \u2013<br>sondern auch f\u00fcr Hoffnung. F\u00fcr Vertrauen. F\u00fcr Gemeinschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Gesellschaft, in der T\u00fcfteln nicht nur ein Hobby ist,<br>sondern eine Kulturtechnik.<br>Ein Ausdruck von F\u00fcrsorge.<br>Ein politischer Akt.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn wer repariert,<br>glaubt an die Zukunft.<br>Wer repariert,<br>glaubt, dass Wandel m\u00f6glich ist \u2013<br>nicht durch Ersatz,<br>sondern durch Zuwendung.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ja, das braucht Zeit.<br>Und Geduld.<br>Und manchmal auch ein bisschen Frust.<br>Aber es bringt uns etwas zur\u00fcck,<br>das in keinem Supermarktregal steht: <strong>Beziehung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Reparatur ist Beziehungspflege.<br>Mit den Dingen.<br>Mit den Menschen, die uns helfen, sie zu erhalten.<br>Mit den H\u00e4nden, die wir benutzen.<br>Mit der Natur die uns so verschwenderisch alles gibt, was wir wirklich brauchen\u2013<br>und meist nicht nur nichts zur\u00fcckbekommt sondern als ein Ding behandelt wird, das wir ausrauben, ausbeuten und zerst\u00f6ren k\u00f6nnen. Ein schreckliches Verbrechen an ihrer W\u00fcrde und an der unseren und an der Zukunft unserer Kinder.<\/p>\n\n\n\n<p>Was wir heute hier tun \u2013<br>Schrauben, Flicken, Kleben, L\u00f6ten \u2013<br>ist also nichts weniger als Kulturarbeit.<br>ist Zukunftsarbeit.<br>ist Freiheitsarbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir wollen,<\/p>\n\n\n\n<p>dass unsere Kinder heut heute und morgen, mehr k\u00f6nnen als kaufen und konsumieren \u2013 wenn sie auch lernen d\u00fcrfen, wie wir etwas wertsch\u00e4tzen und retten,<br>dann m\u00fcssen wir diese hier gelebte Kultur pflegen und weitergeben.<br>Indem wir zeigen, was m\u00f6glich ist.<br>Indem wir R\u00e4ume schaffen, in denen das wirklich selber Leben k\u00f6nnen wachsen darf.<br>In denen es nicht um Perfektion geht, sondern um Sinn und Sinnlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>8. Schluss \u2013 Eine poetische Vision<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Stellt euch vor, wir w\u00e4ren Arch\u00e4ologen der Zukunft.<br>Und wir graben nicht lauter Dinge aus, die kaputt ist \u2013<br>sondern all das, was bewahrt wurde. Was den M\u00fchen des Gebrauchs und den M\u00fchen des Erhalts und der Pflege wert war.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir finden keine M\u00fcllberge voller Plastikspielzeug,<br>keine Telefone mit versiegelten Batterien,<br>keine Berge aus kaputtem Zeug,<br>sondern: Werkst\u00e4tten.<br>Inseln der Beharrlichkeit.<br>Zeichen einer Kultur, die sich geweigert hat, aufzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht wird man einmal \u00fcber uns dann sagen:<br>\u201eSie haben sich erinnert.\u201c<br>\u201eSie wu\u00dften was es &nbsp;hei\u00dft zu lieben.\u201c<br>\u201eSie haben neu gemacht, was schon da war.\u201c<br>\u201eSie haben Sch\u00f6nheit im Gebrauchen gefunden \u2013<br>und Freiheit im Tun.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Denn das ist es, was Reparatur uns schenkt:<br>Nicht nur das Weiterleben eines Gegenstandes \u2013<br>sondern ein neues Selbst-Verst\u00e4ndnis. Ein neues Verst\u00e4ndnis unseres Selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind viel mehr als Konsumenten.<br>Wir sind Menschen, wir sind \u00dcberlebende. Wir sind K\u00f6nner.<br>Wir sind keine Passagiere in dieser Welt.<br>Wir sind Gestalter.<br>Wir sind nicht Besitzer von Dingen \u2013<br>wir sind ihre Verb\u00fcndeten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wissen:<br>Ein Riss ist kein Ende.<br>Ein Fehler kein Makel.<br>Ein Schaden keine Schuld.<br>Sondern ein Anfang.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Anfang von Beziehung.<br>Von F\u00fcrsorge.<br>Von Freiheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Also lasst uns liebevoll neu gestalten, was bricht.<br>Mit jeder Reparatur, reparieren wir uns selbst und unsere Kultur. Lassen wachsen, was wachsen soll: Der Teil in uns, der verstanden hat, dass wir selber Natur sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Lebendige Natur, die leben will.<br>Die verbinden will.<br>Die erhalten will.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gut ist, f\u00fcrs Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir leben wahrhaftig in einer Welt, die repariert werden muss.<br>Aber zum Gl\u00fcck leben wir auch in einer Welt,<br>in es Menschen wie Euch gibt,<br>bereit sind, ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen und genau daran zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Also lasst uns schrauben, n\u00e4hen, l\u00f6ten, sticken, stricken, h\u00e4keln, falten, kleben.<br><strong>Denn wer repariert, kapituliert nicht.<\/strong><br><strong>und tr\u00e4umt nicht nur von einer besseren Welt \u2013<br>sondern setzt sie St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck zusammen. <\/strong><strong>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen:<br>C. Ax, Das Handwerk der Zukunft, 19<br>C. Ax, Die K\u00f6nnensgesellschaft, 2008<br>C. Ax, F. Hinterberger Wachstumswahn, 2014<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir reparieren k\u00f6nnen wir die Wachstumsspirale vom Kopf auf die F\u00fc\u00dfe stellen Rede Anl\u00e4sslich des Reparaturfestivals Kiel &#8211; Anschar Campus 10. Mai 2025 Liebe Freundinnen und Freunde der reparierten Dinge,liebe Bastler, Retter, T\u00fcftlerinnen, Upcycler, Neugierige, Skeptiker, Wiederverwender, liebe Heldinnen des Alltags, herzlich willkommen an diesem Ort, wo Dinge ein zweites Leben bekommen.Wo Schraubenzieher Hoffnung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15,14,11],"tags":[24,21,22,23],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christineax.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/129"}],"collection":[{"href":"https:\/\/christineax.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christineax.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christineax.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christineax.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=129"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/christineax.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/129\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":130,"href":"https:\/\/christineax.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/129\/revisions\/130"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christineax.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christineax.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christineax.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}