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Ruskin: Ein inspirierender Denker der Nachhaltigkeit

Der Kapitalismus ist am Ende. Wir sind mitten in einem Übergang. Wohin? John Ruskin und seine Freunde von der Art´s and Craft-Bewegung legten Mitten des 19 Jahrhunderts Zeugnis ab, von den zerstörerischen Kräften des Übergang von einer feudalen Gesellschaft zur Industriegesellschaft. Eine Gesellschaft in der das Kapital und die Maschine die Herrschaft über alle Lebensbereich übernahmen. Ein Regime, das inzwischen die ganze Welt kolonialisierte und ihrem totalitären Herrschaftsanspruch unterwarf. John Ruskin war einer der ersten und klügsten Kritiker, einer Wirtschaftswissenschaft, die sich damals noch Moralphilosophen nennen durften. Er entzaubert den chiliastischen Glauben an die „unsichtbaren Hände“ des Marktes. Er tritt als Anwalt der Ausgebeuteten und Enteigneten auf. Mit beißender Satire kritisiert er seine eigene Klasse – und wird von ihr dafür mit Ausgrenzung bestraft. Und er begründet eine Werttheorie, die unglaublich modern ist. Er ist ein früher Denker der Nachhaltigkeit. Und er gehört zu den wenigen, die, wie Gandhi*, die moralische Maxime „Walking the Talk“ für sich in Anspruch nehmen dürfen. Er setzt sein (beträchtliches) Vermögen ein, um seine Ideen zu verbreiten und um soziale Experimente (Genossenschaftliches Arbeiten und Leben) zu ermöglichen. Ruskin spricht in einer Sprache, die altertümlich erscheinen mag, aber manchmal eine Kraft, Sinnlichkeit und Qualität hat, die uns verloren gegangen ist. Es lohn sich seine Worte und Gedanken auf sich wirken zu lassen und ihnen nachzuspüren.

Ruskin und William Morris, haben als zentrale Figuren der bis heute sehr einflussreichen Arts and Crafts Bewegung viel zum Postwachstums-Diskurs beizutragen. In der Utopie „Kunde von Nirgendwo“ beschreibt William Morris die Lage einer Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist, weil Maschinen sie für sie erledigen. Dies ermöglicht allen ein  Bedingungsloses Grundeinkommen auszuzahlen und niemand muss arbeiten. Der inneren Leere, die diese Lebensweise mit sich bringt, sind die Menschen nicht gewachsen. Es kommt zu Aufständen und zu einer Revolution, in der die BürgerInnen ihr Recht auf Arbeit zurückerhalten. Die Wirtschaftsdemokratie, die sie etablieren, erlaubt es gemeinschaftlich darüber zu entscheiden, was die Maschinen machen dürfen, und welche Arbeiten ein Privileg der BürgerInnen bleibt.

Die Utopie, die Morris entwickelt könnte man auch „Arbeit unter den Bedingungen der Freiheit“ nennen. Die Bewohner dieser befreiten Gesellschaft leben als Künstler, Handwerker, Philosophen oder Landwirte und im Frieden mit den Tieren und der Natur. Sie gehen den Tätigkeiten nach, die sie um ihrer selbst willen gerne tun und die ihnen helfen, ihre Fähigkeiten zu leben und weiterzuentwickeln. Im Frühjahr und im Herbst fahren sie alle gemeinsam auf die Felder zum Sähen und zum Ernten.  Nicht der Konsum steht im Vordergrund sondern die Liebe, die Freundschaft, Kunst und Kultur und die Pflege (caring). Alle leben einfach aber schön und nachhaltig.

Seine eigenen Werkstätten „Morris and Company“, die wirtschaftlich durchaus erfolgreich waren, ließen William Morris am Ende doch sehr unbefriedigt zurück. Er beklagte, das seine Werkstätten nur „schweinischen Luxus für Reiche“ herstellten die große Masse der Menschen, sich Arts and Craft nicht leisten konnten. Ob dies heute noch sein muss, darf allerdings mit Fug und Recht angezweifelt werden.

Es handelt sich um eine Vision, mit zahllosen Anknüpfungspunkten an die Debatte um das Bedingungslose Grundeinkommen als Antwort auf Industrie 4.0, um die „Cinderella Ökonomie“ von Tim Jackson, die Könnensgesellschaft  von Christine Ax, die Idee eines vorsorgenden Wirtschaften, an Gemeinwohl- und Wirtschaftsdemokratie-Konzepte oder an die Postwachstumsökonomie à la Paech einbringen lässt. Eine sehr moderner und sehr anschlussfähiger Diskurs, der uns etwas geben kann, was die meisten zeitgenössische Autoren verloren haben: Die hohe ästhetische Sensibilität derer, die Zeitzeugen des Untergangs der alten (vorindustriellen, vormodernen) Gesellschaft waren.

*Gandhis friedlicher Sieg über die Kolonialmacht England beruhte auf dem Prinzip der „Nichtkooperation“. Ein interessantes Beispiel dafür  war z.B. dass Gandhi über Jahrzehnte selber am Spinnrad Baumwolle versponnen hat und alle Inder aufgefordert hat, es ihm gleich zu tun. Er wollte sein Land unabhängig von britischen Baumwohlimporten machen. Der Aufbau einer eigenen, indischen Textilwirtschaft und  die Boykottierung britischer Importwaren, waren für Gandhi Symbole für die Befreiung und Ermächtigung seines Landes. 

1 Kommentar

  1. Ob in unseren kapitalistischen Gesellschaftssystemen Geld oder Gesetze und Menschenleben wichtiger sind, erfahren wir dort, wo Menschen auf verantwortungsbewusstes Handeln angewiesen sind wie z.B. im Gesundheitswesen.
    Art. 2 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz suggeriert z.B.: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“. Die Tatsachen (politisch gewollte Tabuthemen):
    Bei der Zulassung, Sicherheit und Kontrolle von Medizinprodukten liegt ein Multiorganversagen vor. Politik und Kontrollbehörden unternehmen nichts, für Patienten ist diese Lethargie lebensgefährlich (Quelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/implant-files-versagen-politik-kommentar-1.4225871). Ähnliche Tatsachen-Berichte unter https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2015/02/06/pharmaindustrie-schlimmer-als-die-mafia und https://www.youtube.com/watch?v=-3-pi_8w6K8. Die gepriesene Computertomographie entspricht der 100- bis 1000-fachen Strahlendosis des konventionellen Röntgens- http://www.pm.ruhr-uni-bochum.de/pm2007/msg00110.htm, wodurch u.a. Krebs und Tod hinzunehmen sind, vgl. z.B. https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/Krebs_nach_niedrigen_Strahlendosen.pdf. Schon geringere Röntgen-Bestrahlungen waren früher als Körperverletzung strafbar, vgl. BGH 2 StR 397/97. Implantate mit Schwermetallen werden zugemutet, führen jedoch zu Autoimmunkrankheiten, siehe http://toxcenter.org/artikel/Autoimmunfax.php. Titandioxid (TiO2) ist für Lebensmittel zugelassen, obwohl es krebserregend ist, s. z.B. https://www.focus.de/gesundheit/news/zusatzstoff-titandioxid-e171-zerstoert-darmflora-und-kann-darmkrebs-beguenstigen-farbstoff-auch-in-mozzarella-enthalten_id_10750495.html. Titandioxid-Nanopartikel induzieren bei Mäusen DNA-Schäden und genetische Instabilität- https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19887611. Titanimplantate verursachen durch entstehendes Titandioxid oft chronische Entzündungen, vgl. https://www.welt.de/gesundheit/article8315256/So-gefaehrlich-koennen-Titan-Implantate-sein.html). Sogar Gehäuse der Herzschrittmacher bestehen aus Titan, obwohl Titandioxid zu Rhythmusstörungen und veränderten EKG-Werten führt, wie sie für Herzerkrankungen typisch sind, vgl. https://www.tum.de/nc/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/31077/. Wenn das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit nicht sichergestellt ist, dann kann man auch nichts besseres erwarten, wenn es um geringere Dinge wie Geld und Freiheit geht.
    Bei Menschenrechtsverletzungen aus „Netiquette“ oder anderen Gründen mitmachen, wegschauen, vertuschen und verdrängen kann nichts Gutes bringen.

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