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Blog Christine Ax
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Willkommen in den wilden 20ern

Die neue Dekade beginnt stürmisch. Alles spitzt sich zu. Im nahen Osten droht ein neuer Krieg. Ein wild gewordener und unverantwortlich handelnder Anti-Demokrat hat Zugriff auf den roten Knopf, der die Welt vernichten kann (wird?). Und es bedurfte einer neuen Jeanne Darc, damit die Politik sich endlich genötigt sieht unsere Mahnungen in Sachen Klima und Nachhaltigkeit ernst zu nehmen. Wie schade, dass Deutschland die historische Chance verspielt hat, als Avantgarde den Wandel, der notwendig ist, voranzubringen.

Trotzdem darf man hoffen: Noch nie waren auch die Kräfte, die es zum Guten wenden könnten so stark. Heute kommt die Nachricht, dass die CO2 Emissionen im letzten Jahr deutlich gesunken sind. Das ist großartig und vor allem dem wachsenden Anteil an grünem Strom zu verdanken. Allerdings muss im Verkehr jetzt noch viel passieren. Auf allen Ebenen und auch vor Ort. Seit meinem Umzug nach Friedrichstadt bemühe ich mich, auch hier etwas Grünes voranzubringen. Wir haben einen grünen Stammtisch gegründet und eine Ortsverband der Grünen.

Da ich hier – auf meinem eigenen Blog – lange nicht geschrieben habe, erlaube ich mir hier auch einen kurzen Rückblick auf die Themen, die mich in der jüngeren Vergangenheit beschäftigt haben. Zwei Themen haben mich sehr beschäftigt: Das Recht auf Reparatur und die Rechte der Natur.  Nach der Gründung des Runden Tisches Reparatur (www.runder-tisch-reparatur.de) als Netzwerk haben wir im letzten Jahr den Verein Runder Tisch Reparatur e.V. aus der Taufe gehoben. Nach vier Jahren Lobbyarbeit für die Reparatur sind wir heute stolz darauf, wie viel wir  – alle gemeinsam – erreicht haben. Die Bedeutung der Reparatur für den Ressourcenschutz  und die Kreislaufwirtschaft ist inzwischen auf allen politischen Ebenen angekommen..  aber das bedeutet noch nicht, dass es tatsächlich ein Recht auf Reparatur gibt.  Und während das Thema inzwischen Eingang in alle wichtigen umweltpolitischen Diskursen und Grundsatzerklärungen findet, sterben uns gleichzeitig die Werkstätten weg, die wir brauchen, damit wir alle einfach einen Reparaturbetrieb finden. Immer wieder versucht die Industrie und Handel, versuchen Hersteller und neuerdings auch Google, ihnen das Leben schwer zu machen. Keine Ersatzteile, überteuerte Ersatzteile und jetzt – seit über einem halben Jahr – die Weigerung Googles die Anzeigen der freien Werkstätten zu schalten. Mit Hilfe der Wettbewerbskommissarin Vestager bauen wir seit Monaten Druck auf. Noch in diesem Monat wird es ein Gespräch mit dem Europverantwortlichen von Google in Brüssel geben. Wir bleiben am Ball und haben Verbündete in der Kommission. Ausführliche Informationen dazu gibt es hier: www.runder-tisch-reparatur.de

Das zweite Thema, das mir sehr am Herzen liegt, sind die Rechte der Natur. Ich unterstütze die Initiative „Recht der Natur“ des Haus der Zukunft in Hamburg (initiiert von Dr. Georg Winter). Denn  die nächste Dekade könnte über das Schicksal der Menschheit entscheiden. Die Notwendigkeit des Klimaschutzes wurde inzwischen von den meisten Menschen verstanden. Doch die ökologischen Krisen, vor denen wir stehen, haben tiefere Ursachen und erfordern einen Werte- und Kulturwandel. Nicht nur das Klima wird durch den Menschen beeinflusst und zerstört. Der Verlust an Artenvielfalt und die Vernichtung der großen Ökosysteme schreiten erschreckend schnell voran, und die Kumulation dieser Entwicklungen steigert die Risiken, die wir erzeugen, exponentiell. Auf Veranlassung der UNO wird jedes Jahr der „Mother Earth Day“ begangen. Weltweit gibt es heute eine „Rechte der Natur“ Bewegung, die auf vielen Ebenen aktiv ist: Indigene Völker verteidigen die Rechte von Patcha Mama, ihrer Mutter, die ihnen heilig ist, und werden vom Weltparlament der Religionen unterstützt. Bürgerbewegungen in den USA und Indien verteidigen die Rechte von Flüssen, Wäldern, Meeresgebieten, Landschaften und fordern zum Teil mit Erfolg, diese als Rechtspersönlichkeiten anzuerkennen. Tierschützer in Indien, Argentinien und in den USA erstreiten Persönlichkeitsrechte für eingesperrte und misshandelte Tiere. Auch international sowie in Europa und Deutschland gab und gibt es Initiativen und Gruppen, die für die Natur Rechte einfordern. Jetzt geht es vor allem darum, diese Kräfte zu bündeln und gemeinsam die Kraft zu entfalten, die Rechte der Natur auf die politische Agenda zu setzen.

 

 

 

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