So ein paar Insekten mehr oder weniger…

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Eine stolze Bilanz: 80 Prozent aller Insekten und zwei Drittel aller Brutvögelpaare sind seit 1980 verschwunden. Keiner weiß wohin. Aber niemand vermutet, dass sie sich versteckt haben und demnächst wieder auftauchen. Ausgestorben. Ausgestorben ist in diesem Fall nicht endgültig, weil es ja möglicherweise noch ein paar Exemplare gibt. Also einfach nur nicht mehr da. Und keiner ist Schuld. Oder doch? Alle waschen ihre Hände in Unschuld. Man munkelt, die Landwirtschaft könnte ggf. und vor allem Glyphosat – oder waren es doch die fehlenden Acker-Randstreifen, oder die Gartenbesitzer, die es gerne schön ordentlich haben.

Der WWF spricht von Schicksalsjahren. Wenn wir bis 2030 nicht die Kurve bekommen haben – und damit ist wortwörtlich die Grafik gemeint, in der die Linie seit Jahrzehnten Richtung Nulllinie wandert – dann sei alles zu spät. Natürlich macht es immer Sinn – auch nach 2020 etwas gegen den Artenverlust zu tun – nur: Die Wahrscheinlichkeit dass wir den Tipping Point, an dem das System kippt erreicht haben – ist eben sehr groß.

Wir machen trotzdem einfach so weiter, als ob nichts wäre. Nicht war? Nur nicht unterkriegen lassen. Nur die Harten kommen in den Garten! Der Grüne Habeck weist zu Recht darauf hin, dass die Politik vor unendlich vielen Aufgaben steht, und nicht vor einer. Wohl war.

Bedeutet das aber auch, dass es Sinn macht, keine Prioritäten zu setzen? Z.B. bei der Abrüstung. Vielleicht könnten wir das Geld, dass für das Morden bereitsteht, für andere, lebenswichtige Zwecke ausgeben? Um die Natur zu Retten zum Beispiel, und damit auch uns?

Was unsere Enkel über uns denken werden?

Oder haben doch die Optimisten Recht, die glauben, dass sich die vielen Probleme in Luft auflösen werden? Die Straubhaars dieser Welt? Nach de Motto: Der Markt wird es schon richtigen? Der Fortschritt.

Ich hätte wirklich nichts dagegen. Allein, ich kann es nicht glauben. Es gibt keine Belege dafür. Nur für das krasse Gegenteil: Der Ressourcenverbrauch steigt weiter. Die Artenvielfalt sinkt. Der Klimawandel beschleunigt sich. Die Folgen werden immer krasser und unbezahlbarer.

Interessante ist die Frage: Warum die vielen Warnungen der vielen Menschen, die die Lage ernst einschätzen so wenig erreicht haben. Anstatt, dass sie aufwachen und den Staat am Kragen packen und dazu verpflichten die Lebensgrundlagen der Menschheit zu sichern,  wählen sie AFD. Wählen sie Politiker, die uns Angst vor Dingen lehren, die uns überhaupt nicht sorgen müssen – während sie gleichzeitig die wirklich großen Gefahren ignorieren. Die Welt ist ver-rückt geworden. Schade eigentlich.

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