Wir können Vergangenheit. Aber können wir auch Zukunft?

In dem Roman „Der Leopard“ von Giuseppe Tomasi di Lampedusa sagt der Revolutionär Tancredi zu seinem Onkel, dem Fürsten von Salina: „Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, dass sich alles verändert.“  Noch nie war diese Botschaft so wichtig wie heute.

Denn ganz gleich wo wir hinschauen: Es sieht ganz so aus, als ob wir in die Gefangenen der Vergangenheit sind.  Überall lassen sich Menschen und Politiker von Erinnerungen und Deutungen leiten,  die mit vergangenen Ereignissen zu tun haben.

So verständlich das auch ist: Wir müssen lernen, diese Erinnerungen loslassen, um frei zu werden, für die einzige Zukunft, die wir haben.

Denn erstens KANN das zugegebenermaßen unermessliche Leid und Unrecht, das Menschen bis heute über Menschen gebracht haben, NICHT  durch noch mehr Tote, Leid und Hass  rückgängig gemacht werden. Zweitens findet Leben immer nur in diesem kurzen und nicht aufzusparenden Augenblick statt, den wir Gegenwart nennen. Und Drittens ist nur wirklich wichtig, was wir heute tun, um die einzige Zukunft zu gestalten, die wir haben.

Ich denke: Wir brauchen heute keine Geberkonferenzen, wir brauchen vor allem Vergebungskonferenzen und Barmherzigkeitskonferenzen, die den Weg frei machen, für eine Weltgemeinschaft,  die sich  auf das Wesentliche konzentriert. Zum Beispiel auf die Umsetzung der Sustainable Development Goals auf die sich die Weltgemeinschaft in den letzten Jahren verständigt hat.  Auf das Recht der aller Kinder, Frauen und Männer auf Nahrung, Bildung und Gesundheit.

Keine Ideologie, keine Nation, kein Religion, keine erlittenes Unrecht, rechtfertigt es, das Überleben der Menschheit durch Krieg oder Gier zu gefährden. Denn die Wahrheit ist: Nichts ist kostbarer als die natürlichen Rechte, mit denen jeder von uns geboren wird und an erster Stelle das Recht auf Leben.

Deshalb brauchen wir eine weltumspannende Bewegung, die den (meist männlichen) Rechthabern, ihre Grenzen aufzeigt. Die alle gefährlichen Demagogen und Rechthabern, abwählen oder ihnen dort wo nicht gewählt werden darf, durch konsequente Nichtkooperation (Bürgerlicher Ungehorsam) ihre Macht über unser Leben und die Zukunft der Menschheit entziehen.

Niemand kann uns zwingen Dinge zu kaufen, die uns und der Welt nicht gut tun. Niemand kann uns zwingen, Steuern oder Zinsen zu zahlen und Banken und Konzernen Macht über uns zu geben. Wir können deutsch-türkische Freundschaftsfeste feiern, uns mit Muslimen und Buddhisten verbrüdern und verschwestern. Wir können gemeinsam eine freundliche Welt erfinden. Wir können in unseren viel zur reichen Ländern unsere viel zu großen Häuser teilen, unser Gärten und Parks gemeinsam für den Anbau von Gemüse und Obst nutzen, unsere Tische, unser Brot, unsere Sorgen und Ängste mit anderen teilen. Denn geteilte Freude ist doppelte Freude und geteiltes Leid, ist halbes Leid.

Und wer diesen weltumspanndenen Frieden nicht mag und lieber Kriege führen möchte, den schließen wir aus unserer Weltbürgergemeinschaft aus. Diese Erde ist groß genug um eine Insel zu finden, auf der sie ihren Wunsch nach Macht, Größe, Ruhm oder Geld oder ihre einzig wahre Religion leben dürfen. Nur Waffen werden wir ihnen versagen.

 

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